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1848: Nach der deutschen Revolution |
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Die Stürme der Revolution von 1848 haben unsere Gemeinden nur wenig berührt.Zu einem kleinen Aufruhr kam es am 17. Juli in Weferlingen.
Man war schon längere Zeit mit der Verwaltung der Kulmbach-Bayreuthschen Stiftung unzufrieden, besonders mit der Einschränkung der baren Geldausteilungen am 17. Juli, dem Geburtstage des Stifters.
Als an diesem Lage wegen der befürchteten Unruhe keine Spenden ausgezahlt werden sollten, fand sich eine erregte Menge auf dem Kirchhof zusammen, die von dem Verwalter der Stiftungskasse, Superintendent Kopf, stürmisch die Auszahlung forderte. Man drohte, in die Superintendentur einzudringen.
Der von Gardelegen herübergekommene Landrat von Kroecher soll beleidigt worden sein. Es kam aber glücklicherweise nicht zu schlimmeren Gewalttaten,und der Streit um die Stiftungsgelder wurde schließlich durch Verhandlungen mit der Regierung geschlichtet.
Am 28. August 1848 fand im Riesen eine große Volksversammlung statt, an der sich alle umliegenden Gemeinden beteiligten. Es wurden dann verschiedenen unbeliebten Personen Katzenmusiken gebracht, auch einige Fenster eingeworfen. Gemütlicher war am 2. Juli ein großes Volksfest im Park von Seggerde verlaufen.Hier waren die infolge der Revolution gebildeten Bürgerwehren von Seggerde, Everingen, Ribbensdorf und Siestedt zur Parade aufgezogen. Die einzelnen, mit Piken ausgerüsteten Wehren marschierten in Kompanien auf, jede mit einer Freiheitsfahne und einer Trommel.Der Seggerder Kompanie stiftete die Frau von Spiegel eine schwarz-rot-goldene Fahne.
Die Weferlinger Bürgerwehr war mit 100 Gewehren ausgerüstet. Ihr Kommandant, Amtmann Wahnschaffe, hatte auf seine Kosten eine Musikkapelle für sie gestiftet. Man richtete eine Wache ein und hielt Exerzierübungen ab.
Am 15. Oktober fand ein großes Manöver statt, bei dem Kanonenschläge das Geschützfeuer ersetzen mussten. Zum Schluss veranstaltete der Kommandant eine große Volksbelustigung. Die sämtlichen Bürgerwehren wurden 1849 wieder aufgelöst. Es war eine Soldatenspielerei aus der glücklicherweise kein Ernst wurde.
('Aus der Geschichte des ehemaligen Amtes Weferlingen' - Ein Heimatbuch von D. Heinrich Nebelsieck)
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