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Straße zwischen Walbeck und Weferlingen 16 Stunden gesperrt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Preikschas, Jörg   
Mittwoch, 24. Dezember 2008

img_4427_kopieWalbeck / Weferlingen. Seit 11. 30 Uhr konnte gestern der Verkehr zwischen Walbeck und Weferlingen wieder rollen. Über 16 Stunden war die Landesstraße gesperrt, nachdem am Montag um 19. 05 Uhr ein Lkw, der vom Drachenberg in Richtung Weferlingen unterwegs war, mit einem Güterzug zusammengestoßen war.

Der 60-jährige Lkw-Fahrer war aus bislang noch ungeklärter Ursache mit seinem Fahrzeug an einem unbeschrankten Bahnübergang auf den elften Waggon des Güterzuges geprallt. 

Der Zug schleifte den Lkw, der auf die Seite kippte, noch 20 bis 30 Meter mit. Der Tank des Lkw wurde abgerissen, der Inhalt floss in das Erdreich im Gleisbett. Der leicht verletzte Fahrer wurde vorsorglich ins Klinikum nach Haldensleben gebracht.
 

Um die Unfallstelle beräumen zu können, wurden die Feuerwehren aus Weferlingen und Walbeck alarmiert. Sie mussten die Unfallstelle sichern, vor allem aber mit ihren großen Strahlern ausleuchten. 29 Kameraden waren bis gestern 9 Uhr im Einsatz. Zu dem Zeitpunkt fuhr Hans-Dieter Lewandowski, Geschäftsführer der Lappwaldbahn GmbH mit Sitz in Weferlingen, die letzten Waggons selbst nach Weferlingen. Danach musste der Spezialkran die beiden Teile des auseinandergebrochenen Lkw noch bergen.

Bei dem Unfall waren drei Waggons aus den Schienen gesprungen, das Gleisbett hatte sich verzogen. Durch die Wucht des Aufpralls des 40-Tonners und die Entgleisung wurde die Druckluftbremse des Zuges unterbrochen, erläuterte Hans-Dieter Lewandowski. Die beiden Lokführer hätten erst zu diesem Zeitpunkt den Zusammenstoß bemerkt, denn der Zug war bereits zu etwa einem Drittel über den Bahnübergang.

img_4429Die Bergung erwies sich als sehr kompliziert. Mit Spezialwinden mussten die entgleisten Waggons zurückgezogen werden auf den Gleisabschnitt, der nicht beschädigt war, damit sie mit einem Spezialkran wieder richtig auf die Gleise gesetzt werden konnten. Das war nur möglich, wenn der Kran dicht genug neben den Waggons stand. Mit Spezialtechnik wurden die Gleise etwas gerichtet, damit die Waggons vorsichtig in Richtung Weferlingen gebracht werden konnten.

Einer der Waggons war so stark beschädigt, dass er nur aufgeladen werden konnte. Eine Achse war herausgerissen. Der Transport nach Weferlingen war kompliziert, da die Bremswirkung weg war, die Strecke aber starkes Gefälle aufweist. Die Waggons, die nach dem Aufprall schon über den Bahnübergang hinweg und nicht beschädigt waren, wurden noch in der Nacht nach Weferlingen gebracht.

Lewandowski rechnet mit einem Schaden von etwa einer halben Million Euro. Die Waggons gehören nicht der Lappwaldbahn, sondern einem anderen Unternehmen. Auf der Strecke müssen etliche Meter Gleisbett komplett erneuert werden. Vorläufig kann die Strecke nicht befahren werden. " Welches Unternehmen repariert jetzt schon über Weihnachten kurzfristig ", meint Lewandowski. Die Salztransporte aus Grasleben müssen vorläufig unterbleiben, bis die Strecke wieder in Ordnung ist.

Die Feuerwehrleute waren sehr umsichtig und besonnen, bedankt sich Hans-Dieter Lewandowski. Und sie haben die Leute von der Lappwaldbahn auch mit heißem Tee und Würstchen versorgt, bekräftigt er.

 

Quelle: Volksstimme