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Weferlinger waren am Sonntag
dabei, als auf der Plassenburg
in Kulmbach die Sonderausstellung
"Die Culmbach-Weferlinger
Hohenzollern und der
Bayreuther Markgrafen-Thron“
eröffnet wurde. Die Mitglieder
des Bürgervereins Fachwerk
erfuhren so, das Weferlingen in
Franken ein Begriff ist.
"Warum sind die Weferlinger so
wichtig, dass wir ihnen eine
Ausstellung widmen?" fragte
Prof. Franz Meußdoerffer, Vorsitzender
des Vereins Freunde
der Plassenburg, und verwies
auf das Wilhelminen-Jahr in
Bayreuth. "Wilhelmine von
Bayreuth, Europas letzte Prinzessin" starb vor 250 Jahren, im
nächsten Jahr jährt sich ihr Geburtstag
zum 300. Mal.
Ohne die Markgrafen wäre
Wilhelmine von Preußen nicht
nach Bayreuth gekommen, versicherten
der Redner: "Wir
wollten zeigen, dass alles Gute
ursprünglich aus Kulmbach
kommt." Herzlich begrüßte er
die Abordnung aus Weferlingen,
"Nachfahren der Bewohner
des Fleckens in Sachsen-
Anhalt, die schon vor 300
Jahren so stark waren, dass sie
den Markgrafen Christian
Heinrich aus Kulmbach und
seine 14 Kinder durchfüttern
konnten."
Der Hohenzollernprinz Christian
Heinrich hatte in einem
Vertrag mit dem Preußenkönig
Friedrich I. für sich und seine
Nachkommen zugunsten Preußens
auf die Erbansprüche in
Franken verzichtet. Dafür erhielt
er das Amt Weferlingen
und eine jährliche Zuwendung,
um seine Familie durchbringen
zu können. Christian Heinrich
starb jedoch nach knapp zwei
Jahren in Weferlingen, kurz bevor
der jüngste Sohn Friedrich
Christian am 17. Juli 1708 zur
Welt kam. Eben diesem Friedrich
Christian von Kulmbach-
Bayreuth will der Bürgerverein
Fachwerk gemeinsam mit anderen
Weferlinger Vereinen und
Einrichtungen am 6. Juli ein
Fest zum 300. Geburtstag widmen,
denn er hatte die segensreiche
Kulmbach-Bayreuthsche
Stiftung begründet.
43 Jahre herrschten die
Weferlinger in Bayreuth
In Weferlingen trat Georg
Friedrich Karl, der älteste Sohn
von Christian Heinrich, die
Nachfolge an und kündigte
schließlich den Verzicht auf das
abgetretene Erbrecht. 1726
übernahm er als erster Vertreter
der so genannten Weferlinger
Linie in Bayreuth die Regierung.
Nach seinem Tod ging das
Fürstentum Bayreuth 1735 an
seinen ältesten Sohn Friedrich
über, der 1731 die Lieblingsschwester
von Friedrich II. geheiratet
hatte und somit Wilhelmine
von Preußen nach
Bayreuth brachte.
1763, nach dem Tod von
Friedrich, musste sein Onkel,
der 1708 in Weferlingen geborene
Friedrich Christian, die Regierung
übernehmen. Er blieb
jedoch nur sechs Jahre im Amt.
Mit seinem Tod endete die
Bayreuther Linie der Markgrafen.
Gerald Wolters, der Vorsitzende
des Bürgervereins Fachwerk
Weferlingen, bedankte
sich in Ausstellung für die
freundliche Aufnahme. Er freue
sich zu sehen, wie eng die Verbindungen
zwischen Weferlingen
und Kulmbach sind, erklärte
er.
Darüber gab es bei einer Führung
auf der Plassenburg mit
dem Kastellan Harald Stark
noch mehr zu erfahren. Die Weferlinger
erkundeten sogar einen
Geheimgang der Burg, auf
der Friedrich Christian einige
Jahre arrestiert war, weil er aus
Eifersucht einen Bediensteten
erschlagen hatte.
Von der Plassenburg aus fuhren
die Weferlinger nach Himmelkron,
wo sie bereits von
Helmuth Meißner erwartet wurden.
Der Lehrer im Ruhestand
hat sich intensiv mit der Geschichte
der Markgrafen beschäftigt.
Davon ist auch in der
Broschüre zu lesen, die Eberhard
Pasch zum 300. Geburtstag
des Markgrafen Friedrich
Christian von Kulmbach
Bayreuth erarbeitet hat.
Helmuth Meißner führte die
Gäste durch die Stiftskirche
Himmelkron und zeigte dabei
die Särge von Hohenzollern der
Weferlinger Linie. Christian
Heinrich, der ursprünglich in
Halberstadt beigesetzt wurde,
wurde später nach Himmelkron
überführt. In weiteren Särgen
ruhen Georg Friedrich Karl,
sein Bruder Albrecht Wolfgang,
der 1734 in der Schlacht von
Parma fi el, und der jüngste Bruder
Friedrich Christian, der
letzte Markgraf, der eigentlich
in seinem Mausoleum in Weferlingen
begraben werden wollte.
Ganz sicher wird es einen Gegenbesuch
der Franken in Weferlingen
geben.
Foto: Helmuth Meißner (l.) zeigt Gerald und Roswitha Wolters das fast vier
Meter hohe Kreuz, das bei der Beisetzung der Markgrafen vorangetragen
wurde. Rechts im Bild Kastellan Harald Stark.
Quelle: Volksstimme v. 20. Mai 2008
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