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Seit sechs Jahren
trainieren die Brüder Jürgen
und Eugen Teier in der
Deutschen Lebensrettungsgesellschaft
(DLRG) in Helmstedt.
Menschen aus dem Wasser
zu retten, sie an Land zu
bringen und wiederzubeleben
wird geprobt. Einmal in der
Woche fahren die beiden Jungen
dafür von Weferlingen nach
Helmstedt, die Eltern, die beide
in medizinischen Einrichtungen
im Schichtdienst arbeiten,
bringen die Söhne zum
Training.
Jürgen ist 17 und besucht
die 10. Klasse des Freiherr-
vom-Stein-Gymnasiums,
Eugen ist 14 und geht in die
7. Klasse des Gymnasiums.
Dass er dieses Training einmal
im Ernstfall brauchen
würde, damit hätte Jürgen so
schnell nicht gerechnet.
Bei
einem Einkauf in Helmstedt
sah er, dass ein älterer Mann
auf der Straße lag. Der 17-Jährige
eilte sofort zu ihm, sah,
dass niemand etwas unternahm.
Der Mann atmete nicht
mehr, er sah etwas bläulich aus,
sein Puls war nicht zu fühlen.
Seine Frau stand einfach nur
neben ihm, hielt seine Hand
und konnte nichts tun, sie
schien geschockt.
Jürgen handelte ganz automatisch.
Er begann sofort mit
der Herzmassage und Mundzu-
Mund-Beatmung, eine Maske
dafür hatte er nicht. Und er
bat die Umstehenden, den Rettungsdienst
zu verständigen.
Die jungen Leute, die zusahen,
hatten zwar Handys, kannten
aber die Notruf-Nummer
nicht.
„Ich war wie im Nebel“, erinnert
sich der Gymnasiast. Er
hat einfach nur gehandelt. „Der
Mann hat ein paar Mal versucht
zu atmen, konnte aber nur röcheln.“
Etwa vier bis fünf Minuten
hat Jürgen ohne Unterbrechung
Wiederbelebungsmaßnahmen
ausgeführt, so
schätzt er, dann sei der Rettungsdienst
da gewesen. Die
Männer haben sofort Elektroschock
eingesetzt. Nach geraumer
Zeit hatten sie zumindest
den kleinen Kreislauf
stabilisiert, das heißt Herz,
Lunge und Gehirn, so dass sie
den Mann ins Krankenhaus
bringen konnten. Jürgen hatte
den Männern vom Rettungsdienst
erzählt, dass er seine
Ausbildung in der DLRG erhalten
hat.
„Der Mann hat ein
paar Mal versucht zu
atmen“
Wenige Tage später berichtete
er beim nächsten Trainingstag
von diesem Vorfall, er wollte
gern wissen, ob der Mann am
Leben geblieben war. Der technische
Ausbilder versprach
ihm, nachzufragen. Groß war
die Freude, als die Nachricht
kam, dass der 70-Jährige gerettet
werden konnte.
Ohne den
beherzten Einsatz des jungen
Weferlingers allerdings hätte er
nicht überlebt. Nach einigen
Tagen bekam Jürgen dann Post
von der Tochter des Mannes
aus Königslutter mit einem
herzlichen Dankeschön für seinen
Einsatz. Die Familie des
Mannes hatte offensichtlich in
der DLRG in Helmstedt nach
Jürgen gefragt. Am Montagabend
sagte ihm der Weferlinger
Gemeinderat Dankeschön für
seinen Einsatz.
Seit 1994 wohnt Familie Teier
in Weferlingen. Als Jürgen
mit seinen Eltern und Großeltern
aus Moldawien nach
Deutschland kam, war er zweieinhalb.
Mit sechs Jahren konnte
er schwimmen, hatte bereits
die Prüfung abgelegt. Anfangs
nahmen ihn Knuts, die Nachbarn,
mit ins Schwimmbad, da
hatten seine Eltern noch kein
Auto.
Zur DLRG sind Jürgen und
sein Bruder übrigens durch Zufall
gekommen. An einem
Nachmittag in den Ferien trainierte
die DLRG im Schwimmbad
in Helmstedt, als die Jungen
mit ihren Eltern dort waren.
Da war Jürgen 11 und Eugen 8.
Die Jungen sahen zu, sie fanden
es interessant und sind
seitdem dabei.
An vielen Wettkämpfen
haben die Gymnasiasten
inzwischen teilgenommen.
In ein paar Jahren wird
vielleicht auch noch ihre
Schwester Julia, die gerade vier
geworden ist, ihren Brüdern
nacheifern. Sie will auch
schwimmen lernen. Julia ist jedenfalls
stolz auf ihre großen
Brüder. Für Jürgen steht bereits
fest, dass er einen medizinischen
Beruf ergreifen wird
genau wie seine Eltern.
Quelle: Volksstimme
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