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Fenster erinnert an Max Peiffer Watenphul PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 15. Oktober 2008

Lange hat Rosemarie Bergk auf diesen Moment gewartet. Nun ist das ganz besondere Glasfenster in der ehemaligen Druckerei Rath in Weferlingen auf dem Hof des Grundstücks Bäckerstraße 25 endlich eingesetzt. Familie Bergk lädt deshalb Interessierte ein zu einer Feierrunde, die am Sonnabend, dem 27. September, um 14 Uhr auf dem Hof stattfinden soll.

 


Das Fenster ist nach einem Entwurf der Künstlerin Hana Ungers entstanden. Hana Ungers, die leider vor zwei Jahren starb, ist eine Schülerin des Spätexpressionisten Max Peiffer Watenphul. Sie hat es ausdrücklich für Weferlingen als Reminiszenz an ihren Lehrer entworfen.

Max Peiffer Watenphul war 1896 als Sohn des damaligen Apothekers Karl Josef Emil Peiffer und seiner Frau Anna in Weferlingen geboren. Sein Vater starb 1903, und seine Mutter heiratete 1906 Dr. Heinrich Watenphul, Lehrer am Gymnasium Quedlinburg. Damit verließ die Familie Weferlingen. Max Peiffer studierte Jura, fasste jedoch 1919 durch Bekanntschaft mit dem Maler Paul Klee den Entschluss, Maler zu werden. Seit dem Jahr führte er auch den Doppelnamen Peiffer Watenphul. Als Schüler am Bauhaus in Weimar erschloss er sich die Kunst, unternahm Reisen in verschiedene Länder. 1958 siedelte er nach Rom um, wo er 1976 starb.

 

Der Maler gilt als Fortsetzer der weit zurückreichenden deutschen Italienromantik und -idealisierung. Anerkennung für sein Werk fand er bereits zu Lebzeiten. Erfasst sind 1300 Aquarelle und 795 Gemälde des Malers.

Rosemarie Bergk war nach der Wende in ihre alte Heimat Weferlingen zurückgekehrt und hatte das Haus übernommen, in dem sich einst die Druckerei ihres Vaters Friedrich Rath befand. Ihre Großeltern seien 1906 nach Weferlingen gekommen und hätten dann hier eine Druckerei übernommen, erinnert sie sich. Das Grundstück an der Bäckerstraße 25 hatte die Familie 1929 gekauft und hier die Druckerei eingerichtet. 1972, zwei Jahre nach dem Tod ihres Vaters, musste sie geschlossen werden. Das Gebäude steht jedoch noch.

 

Durch Zufall hatte Rosemarie Bergk von ihrem Sohn Friedrich Bodo einen Katalog aus einem Auktionshaus in München erhalten, darin ein Bild von Max Peiffer Watenphul entdeckt und ihren Kindern erzählt, dass dieser Maler in Weferlingen geboren sei, und zwar im Nachbarhaus von der Druckerei. Ein Schild an der Apotheke weist darauf hin. Bei Recherchen stieß die Familie auf Hana Ungers. Und so entstand die Idee, eine Verbindung vom Maler zu seinem Geburtsort herzustellen. Darüber sind allerdings mehrere Jahre ins Land gegangen und die Künstlerin ist gestorben. „Um so mehr wollen wir Dank und Freude für und an ihrem Werk zum Ausdruck bringen“, lädt Rosemarie Bergk ein. Der Architekt Werner Schrader aus Braunschweig wird zur Begrüßung des Kunstwerks einen kleinen Vortrag mit Erklärungen zum Umfeld des Weimarer Bauhauses halten. Es ist Gelegenheit zu Austausch und Fragen bei einem kleinen Umtrunk.