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Großübung des Katastrophenschutzes in den Weferlinger Quarzwerken PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 15. Oktober 2008
Großübung der FeuerwehrDer Einsatzbefehl geht kurz nach sechs Uhr am Sonnabend an die ersten Rettungskräfte im Landkreis, berichtet Kreisbrandmeister Horst Nitzer als Einsatzleiter. Die technische Einsatzleitung hat im Verwaltungsgebäude der Quarzwerke ihr Quartier aufgeschlagen. Den vor Ort eintreffenden Einsatzkräften bietet sich ein Bild der Verwüstung: Viele Anlagen gingen zu Bruch, das Betriebsgelände gleicht einem Trümmerfeld, viele Verletzte warten auf Hilfe, einige haben den heftigen Orkan nicht überlebt.

Das Szenario ist zwar dieses Mal für eine große Katastrophenschutzübung nur gestellt, aber eine durchaus mögliche Situation nach einem Wetterunbilden. Zum ersten Mal üben Einsatzkräfte aus dem ganzen Landkreis Börde gemeinsam den Ernstfall. Die Quarzwerke Weferlingen bieten ideale Voraussetzungen dafür.

 

Die Einsatzkräfte bei der ArbeitRund 400 Einsatzkräfte sind mit Menschenrettung, Brandbekämpfung, dem Austritt radioaktiven Stoffes und Aufräumarbeiten stundenlang beschäftigt. Die ersten Einsätze gelten natürlich den Verletzten. Auf einem Schwimmbagger sind vier Personen eingeschlossen, die mit Booten gerettet werden müssen. Völlig überrascht von dem Mini-Orkan ist auch in 35 Metern Höhe ein Handwerker verletzt worden. Zu den Feuerwehrleuten kommen Katastrophenschutzzüge des Landkreises, das Technische Hilfswerk (THW) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK), dass sich um die Verletzten kümmern.Alle anstehenden Aufgaben werden in der technischen Einsatzzentrale koordiniert. Bereits seit 20 Uhr am Vorabend laufen die Vorbereitungen zur Einrichtung der Zentrale vor Ort.

 

Auf Monitoren wird die Rettungsaktion überwachtAuf den kleinen Computerbildschirmen kann das Team den Fortgang der Rettungsaktion beobachten und die nächsten Aufgaben verteilen. Eine logistische Meisterleistung auf dem riesigen Betriebsareal, das zu großen Teilen aus unbefestigten Straßen aus Sand besteht. Schwierig zu befahren für die Rettungsfahrzeuge. Bei den in den Übungen integrierten Geländefahrten muss nicht nur einmal der Radladerfahrer der Quarzwerke Fahrzeuge, die sich festgefahren haben, aus dem Sand ziehen.

 

Helmut Böker, Brandschutz- und Sicherheitsbeauftragter der Quarzwerke, hat es da einfacher. Mit seinem Geländewagen meistert er jede schwierige Straßensituation, bleibt selbst im tiefen Wasser und schlickernden Sand nicht stecken. "Wir pflegen gute Kontakte zu den Rettungskräften vor Ort", sagt Helmut Böker. "Nun kommen die kreislichen dazu", ergänzt Horst Nitzer und lobt das Engagement des Brandschutzbeauftragten der Firma. "Unsere technische Einsatzleitung ist erstmals so vollständig vernetzt mit Computern. Die Technik funktioniert klasse", freut sich Matthias Schumann, der die technische Einsatzleitung innehat.

 

Bis in die Mittagsstunden sind die Brände gelöscht, viele Bäume und Äste von den Wegen beräumt, und auch das chemische Einsatzteam hat die Lage in der Werkhalle im Griff. Die Rettungskräfte gönnen sich eine Pause, werden mit warmer Mahlzeit und Getränken versorgt. Das benachbarte Mapei-Unternehmen hat sein Gelänge als Bereitstellungspunkt zur Verfügung gestellt. Die Einsatzleitung ist nach einem ersten Resümee zufrieden mit dem Verlauf der Großübung. „Die Auswertung wird schon einige Tag in Anspruch nehmen", bittet der Kreisbrandmeister angesichts der Größenordnung um Geduld. Doch er sei zufrieden mit dem Verlauf. So bestätigt es auch kurze Zeit später Hans-Joachim Reulecke, der Leiter des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen des Landkreises Börde.

 

Quelle: Volksstimme