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St. Lambertikirche bekommt zwei neue Glocken PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Harald   
Montag, 3. August 2009

030801.jpg„In Gottes Namen, wir gießen", bei dem Spruch bekamen dann doch einige der 33 Gäste, die mit dem Bus aus Weferlingen nach Lauchhammer gefahren waren, eine Gänsehaut. Neben einer Glocke für Lauchhammer wurden am letzten Freitag auch zwei Bronzeglocken für die Weferlinger St. Lambertikirche in der Kunstgießerei von Lauchhammer gegossen. Doch bevor das geschah hatten die Gäste Gelegenheit sich im werkseigenen Museum anzuschauen,  was in den über 275 Jahren in der die Kunstgießerei besteht, geschaffen wurde.

Vor der Halle, in der die Glocken gegossen werden sollten, wurden die Weferlinger und ihre Gäste, zu denen auch der Bürgermeister aus Grasleben, Johannes Nitschke und sein Frau zählten, vom Verkaufsleiter und Glockensachverständigen Johannes Remenz  begrüßt.

030802.jpgEr erläuterte ausführlich was die Besucher im Anschluss beim Guss erleben werden. „Meine Damen und Herren, im Namen der Kirchgemeinde St. Lamberti in Weferlingen und ihres Pfarrers Klaus Ingelmann heiße ich sie herzlich willkommen. Wir werden heute ein besonderes kulturhistorisches Ereignis erleben, den Guss zweier neuer Glocken für unsere Kirche", begrüßte der Weferlinger Hans Heise in Vertretung des Pfarrers die Anwesenden.

In seinen feierlichen Worten ging er auf die frühere und gegenwärtige Bedeutung von Glocken ein. Lesungen aus dem alten und neuen Testament, das Vater unser, der Segen für die Glocke sowie das gemeinsamen Gebet „Vater hilf, dass diese Glocken dein Lob verkünden! Dass sie deine Gemeinde zum Gottesdienst und zum Gebet rufen. Wir bitten dich, lass diese Glocken die Menschen zum Frieden mahnen. Hilf, dass sie die Trauernden trösten, die Mutlosen aufrichten, die Verstorbenen auf ihren Weg begleitet. Herr segne alle, die ihren Ruf hören".

 

Dann war es soweit, die Schmelze aus 78 Teilen Kupfer und 22 Teilen Zinn hatte die richtige Temperatur. „In Gottes Namen, wir gießen" - und dann ging alles recht schnell. Die heiße Masse verteilte sich in den Kanälen und nach knapp 15 Minuten waren die drei Glocken gegossen. Im Anschluss gingen die Gäste in die Formhalle, in der sie ausführlich über die Herstellung der Formen unterrichtet wurden. Weferlingen erhält die Glocke 655 mit 558 Kilogramm und dem Ton as‘ mit 5/16 Abweichung nach oben und die Glocke 656 mit 440 Kilogramm und dem Ton b‘ mit 3/16 Abweichung nach oben, die zur Anpassung der vorhandenen großen Glocke nötig sind.

Hermann Dobrik hatte die Idee nach den Abstandsschablonen, die zur Formgebung benötigt werden, zu fragen und er hatte Glück. Die Weferlinger konnten sie käuflich erwerben und werden nun in der Kirche zu sehen sein. Tief beeindruckt traten die im Alter von neun bis 89 jährigen Weferlinger und ihre Gäste die Heimreise an.