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„In Gottes Namen, wir gießen", bei dem Spruch bekamen dann doch einige
der 33 Gäste, die mit dem Bus aus Weferlingen nach Lauchhammer gefahren waren,
eine Gänsehaut. Neben einer Glocke für Lauchhammer wurden am letzten Freitag
auch zwei Bronzeglocken für die Weferlinger St. Lambertikirche in der
Kunstgießerei von Lauchhammer gegossen. Doch bevor das geschah hatten die Gäste
Gelegenheit sich im werkseigenen Museum anzuschauen, was in den über 275 Jahren in der die Kunstgießerei
besteht, geschaffen wurde.
Vor der Halle, in der die Glocken gegossen werden
sollten, wurden die Weferlinger und ihre Gäste, zu denen auch der Bürgermeister
aus Grasleben, Johannes Nitschke und sein Frau zählten, vom Verkaufsleiter und
Glockensachverständigen Johannes Remenz
begrüßt.
Er erläuterte ausführlich was die Besucher im Anschluss beim
Guss erleben werden. „Meine Damen und Herren, im Namen der Kirchgemeinde St.
Lamberti in Weferlingen und ihres Pfarrers Klaus Ingelmann heiße ich sie herzlich
willkommen. Wir werden heute ein besonderes kulturhistorisches Ereignis
erleben, den Guss zweier neuer Glocken für unsere Kirche", begrüßte der
Weferlinger Hans Heise in Vertretung des Pfarrers die Anwesenden.
In seinen
feierlichen Worten ging er auf die frühere und gegenwärtige Bedeutung von
Glocken ein. Lesungen aus dem alten und neuen Testament, das Vater unser, der
Segen für die Glocke sowie das gemeinsamen Gebet „Vater hilf, dass diese
Glocken dein Lob verkünden! Dass sie deine Gemeinde zum Gottesdienst und zum
Gebet rufen. Wir bitten dich, lass diese Glocken die Menschen zum Frieden
mahnen. Hilf, dass sie die Trauernden trösten, die Mutlosen aufrichten, die
Verstorbenen auf ihren Weg begleitet. Herr segne alle, die ihren Ruf hören".
Dann war es soweit, die Schmelze aus 78 Teilen Kupfer und 22 Teilen Zinn hatte
die richtige Temperatur. „In Gottes Namen, wir gießen" - und dann ging alles
recht schnell. Die heiße Masse verteilte sich in den Kanälen und nach knapp 15
Minuten waren die drei Glocken gegossen. Im Anschluss gingen die Gäste in die
Formhalle, in der sie ausführlich über die Herstellung der Formen unterrichtet
wurden. Weferlingen erhält die Glocke 655 mit 558 Kilogramm und dem Ton as‘ mit
5/16 Abweichung nach oben und die Glocke 656 mit 440 Kilogramm und dem Ton b‘
mit 3/16 Abweichung nach oben, die zur Anpassung der vorhandenen großen Glocke
nötig sind.
Hermann Dobrik hatte die Idee nach den Abstandsschablonen, die zur
Formgebung benötigt werden, zu fragen und er hatte Glück. Die Weferlinger konnten
sie käuflich erwerben und werden nun in der Kirche zu sehen sein. Tief
beeindruckt traten die im Alter von neun bis 89 jährigen Weferlinger und ihre
Gäste die Heimreise an.
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