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Heute vor 20 Jahren öffnete sich der Grenzzaun zwischen Weferlingen und Grasleben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Harald   
Mittwoch, 18. November 2009
Grenzöffnung 20 Jahre Weferlingen Grasleben„Ich bin überrascht, dass so viele Bürger den Weg hierher gefunden haben. Ich begrüße sie recht herzlich zur ökumenischen Dankandacht. Am 9. November 1989 fiel die Mauer in Berlin. Neun Tage später, am 18. November 1989 morgens um sechs Uhr, also vor ganz genau 20 Jahren wurde der Grenzzaun auch hier zwischen Grasleben und Weferlingen geöffnet. Wir sind zusammengekommen an diese Stunde der Freiheit zu denken und für sie zu  danken", begrüßte der Grasleber Pfarrer Paul-Arthur Hennecke die knapp 200 Bürger, die zum Teil mit Fackeln und Kerzen erschienen waren.

 

Gemeinsam mit seinen Amtskollegen Pastorin Marie-Charlotte Schorr i.R. Pastor Jürgen Beuchel, Pastor Michael Sternal sowie der Weferlingerin Rosemarie Bergk gestaltete er eine emotionale Gedenkfeier, die an das Leid vor der Öffnung und an den Tag der Grenzöffnung erinnerte.

 

"Ich hätte nie gedacht, dass die Menschen im Osten den Mut aufbringen würden für Freiheit und Demokratie auf die Straße zu gehen und ihr Leben zu riskieren. Ich empfand tiefen Respekt für die Menschen und bangte um sie und ihre Familien", erklärte Pastor Jürgen Beuchel zum Thema „Ich hätte nicht gedacht ... ein Blick aus dem Westen". „Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages frei meine Meinung äußern könnte, ohne Konsequenzen für mich und meine Familie befürchten zu müssen. Zu begreifen ist das Wunder nicht. Wir können nur dankbar sein, dass wir mit diesem Geschenk leben dürfen",  meinte Rosemarie Bergk für den Osten an die Gäste gewandt.

 

Grenzöffnung 20 Jahre Weferlingen Grasleben Bild 2

Mit Gebeten, Lesungen und gemeinsam gesungenen  Liedern wurde die Andacht zu einem wohl unvergessenen Treffen der beiden Nachbargemeinden, zu dem sich auch der damalige Samtgemeindedirektor Gerd Stötzel gesellt hatte. „Wir sind dankbar für das Wunder von damals, für die Menschen, die sich für die friedliche Revolution eingesetzt haben, die ihr Leben für dieses Wunder aufs Spiel gesetzt haben, Lasst uns Kerzen anzünden." Und so zündete Marie-Charlotte Schorr unter anderem eine Kerze „zum Dank für die Freiheit, die sich damals ausbreitete wie ein Lichtermeer", „für die, die das auf den Weg gebracht haben", „zum Gedenken an die, die im Kampf für die Freiheit ihr Leben lassen mussten", „für die Familien, die in den Zeiten der Unfreiheit auseinandergerissen wurden", „für sie, die ihre schlimmen Erinnerungen nicht loswerden können" und „ für die, die in ihren Kindern unsere Geschichte lebendig halten" eine Kerze an.

 

Vor zwanzig Jahren war eine Absicherung der Veranstaltung nicht nötig gewesen. Da sich aber nach den zwanzig Jahren ein reger Straßenverkehr entwickelt hat, wurde die Dankandacht gemeinsam von den Kameraden der Feuerwehren Grasleben und Weferlingen sowie durch die Polizeistation von Weferlingen abgesichert.