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Besuch aus Tansania
erhielten am Mittwoch die Grundschule und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Weferlingen.
Die Grundschule hatte 2008 die Patenschaft über eine Schule in Nganana übernommen,
das Gymnasium hatte bereits ein paar Jahre vorher für den Bau einer Schule in
Nambala gespendet. Welcome to Weferlingen schallte es Dr. Aziz Msuya und seiner
Frau Hadjia auf dem Hof der Grundschule Weferlingen entgegen. Alle 130 Mädchen
und Jungen von der 1. bis zur 4. Klasse hatten dem Besuch aus Tansania
entgegengefiebert.
An diesem Tag war jedes Kind mit einem kleinen Geschenk zur
Schule gekommen. Bleistifte und Buntstifte, Lineale, Anspitzer, Radiergummis,
Hefte und vieles mehr hatten die Schüler mitgebracht und drängelten
sich fast, um ihre Mitbringsel zu übergeben. Sogar einige Paare gut erhaltene
Fußballschuhe waren darunter. Die Geschenke sind bestimmt für die Grundschule
im tansanischen Nganana. Im vergangenen Jahr hatte die Grundschule in Weferlingen
die Patenschaft über die Grundschule in Nganana übernommen. Einen symbolischen
Scheck in Höhe von 200 Euro übergab Schulleiterin Doreen Haensch den Gästen.
Das Geld war beim Schul- und Sportfest zusammengekommen. Schulbücher sollen
davon gekauft werden. In diesem Jahr wird wieder gesammelt. Jede Klasse
organisiert eine Aktion, sei es ein Flohmarkt oder ein Kuchenbasar.
Dr. Aziz
und Hadjia Msuya werden in Tansania vom Besuch berichten. Dr. Msuya ist Leiter
der Gesundheitsverwaltung des Districts Meru und ärztlicher Direktor des
District-Krankenhauses in Tengeru. Zu diesem Bereich gehört auch das Dorf
Nganana. Eckard Krause aus Böddensell hatte den Besuch in Deutschland
organisiert. Seit gut sechs Jahren sammelt er Spenden, um Schulen in Nambala
und Nganana zu helfen. Dabei sind längst Kontakte über die Schulen
hinaus entstanden zum Sportverein, zu Kirchgemeinden, die viele soziale
Aufgaben bewältigen müssen, und auch zum Krankenhaus. Für den Besuch hatten der
Schulchor und die Tanzgruppe Popkörnchen ein Programm vorbereitet, das den Gästen
sehr gefiel. Besonders freuten sie sich über das afrikanische Steinlied. Taa
taa tee sangen die Mädchen und Jungen. Mit dem Trommeln dazu klappte
es noch nicht so richtig, deshalb ließen es die Kinder lieber weg. Leider hatte
Chorleiterin Petra Schiemann keine Übersetzung für das Lied gefunden. Auch Dr.
Msuya konnte nicht helfen. In Tansania wird Suaheli gesprochen, das Lied gehört
zu einer anderen afrikanischen Sprache. Der Mediziner will der Schule aber eine
CD mit Musik aus Tansania schicken.
In einer Gesprächsrunde
mit den Mädchen und Jungen aus der 2. bis 4. Klasse konnte Dr. Msuya beim
Beantworten der Fragen gar nicht so schnell hinterherkommen. Wie weit die
Menschen in Tansania das Wasser holen müssen, wollten die Kinder wissen. Sie
waren doch etwas erschrocken, als sie hörten, dass die Tansanier für Wasser
durchaus fünf bis sechs Stunden unterwegs sind. So erfuhren sie auch, dass das
tägliche Essen der Schulkinder aus Reis und Bohnen
besteht, dass die Kinder wegen der einseitigen Ernährung
wenig Abwehrstoffe haben. Till staunte sehr, dass in der Patenschule in der
Regel sechs Kinder auf einer Schulbank sitzen müssen und manche sogar auf dem
Fußboden, wenn die Bänke nicht reichen. Auf Marlenes Frage, wie viel
Kinder in einer Klasse lernen, antwortete der Gast, dass es 50 bis 80 seien. Während
bei diesen Fragen Eckard Krause oder Schulleiterin Doreen Haensch übersetzten,
konnten die Kinder Fragen des Gastes nach dem Alter oder dem Lieblingsfach in
Englisch beantworten. In Englisch fanden auch am Nachmittag die meisten Gespräche
statt.
Mädchen und Jungen aus dem
Freiherr-vom-Stein-Gymnasium sahen mit den Gästen einen Dokumentarfilm über den
Aufbau der Produktion von Aids-Medikamenten in Tansania an. Dabei ging es um
die medizinische Versorgung in dieser Region. Dr. Msuya konnte die
Informationen aus dem Film noch ergänzen. Malaria ist die
Hauptkrankheit, die im Krankenhaus behandelt werden muss, und auch die
Haupttodesursache. An zweiter Stelle stehen Aids und Erkrankungen, die aus der
Immunschwäche resultieren. Bei Menschen, die so geschwächt sind, kann schon ein
Schnupfen verheerende Folgen haben. Nach der Finanzierung des
Gesundheitssystems fragte Jürgen Teier, und zwar in Russisch. Und Dr. Msuya
antwortete in Russisch, denn er hatte sieben Jahre in Moskau studiert. Eine
Krankenversicherung gibt es in Tansania, auch wer kein Einkommen hat, wird
behandelt. Das Problem besteht eher darin, dass viele Menschen in Tansania so
abgelegen leben, sehr viele bitterarm sind und dass sie keine Chance haben, ins
Krankenhaus zu gehen. Und die Krankenhäuser sind überbelegt. Trotz dieser
Probleme schwärmte Dr. Msuya von seiner Heimat, von der Natur, von der
Tierwelt. Es sei friedlich, und gebe keine Kriege. Er liebe sein Land, versicherte
er. Er würde nirgendwo anders leben wollen. Er lud alle ein, Tansania selbst
kennenzulernen.
M.Bullmann
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