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Bierbrauen in Weferlingen PDF Drucken E-Mail
Als bald nach dem 28. Juni 1675 in Weferlingen die Nachricht von dem bei Fehrbellin von dem großen Kurfürsten über die Schweden erfochtenen Siege eintraf, wird man im Ratskeller den ruhmvollen Erfolg gefeiert und mit dem besten Bräu einheimischen Bieres auf das Wohl des Landgrafen Friedrich II., der mit dem schneidigen Angriff der Kavallerie den Kampferöffnet hatte, angestoßen haben. Schon 1508 gehörte zu dem Weferlinger Schlossgute eine Brauerei mit einer Pfanne, zwei großen Bottichen und drei Kühlfässern; 1696 wurde eine alte, oft geflickte Pfanne durch eine neue aus Kupfer ersetzt. Damals hatte die Brauerei einen großen Maischbottig mit 6 Reifen und ein Malzhaus mit Darr-Rost, Darrstube und zwei Malzböden.

(In der ersten Zeit der landgräflichen Verwaltung wurden 3 Wispel 20 Himten (1 Wispel = 1319 Liter, 1 Himten = 31 Liter) Weizenmalz und 72 Wispel 9 Himten Gersten­malz verarbeitet. Es wurden gebraut 66 Fässer Broihan (ein leichtes, süßliches Bier), 97 Fässer Braunbier, 9 Fässer Märzenbier, außerdem noch Gesindebier. Das beste Getränk muss das Märzenbier gewesen sein, denn das Fass bezahlte man mit 7 Ta­lern, während Braunbier und Broihan 6 Taler und Gesindebier 5 Taler kosteten. In dem angegebenen Jahre betrug die gesamte Einnahme der Brauerei 2665 Taler, die Ausgabe 1706 Taler, also der Reingewinn 959 Taler. Verbraucht wurden 15 Wispel 16 Himten Hopfen.)

Die Brauerei wurde von einem Amtsbraumeister geleitet. Der Ratskellerwirt und die übrigen drei Gastwirte in Weferlingen bezogen ihr Bier aus der Schlossbrauerei, ebenso die Wirte in den Dörfern. Wir erfahren nicht, ob das Weferlinger Bier auch über den Amtsbezirk hinaus verkauft, auch nicht, ob auswärtiges Gebräu, z. B. das berühmte Einbecker Bier, eingeführt wurde. Möglicherweise bestand für die Amtsbrauerei ein Monopol. - Gleichzeitig mit der Übergabe des Schlossgutes in Erbpacht wird auch das Brauhaus abgegeben worden sein. Es war nicht festzustel­len, wann der Betrieb aufgehört hat. - Am Anfange des vorigen (19.) Jahrhunderts soll es in Weferlingen 3 Brauereien gegeben haben. Sie bestanden noch 1842. Jetzt ist, nachdem die letzte vor längeren Jahren eingegangen, keine mehr vorhanden. Auch die 5 Brennereien, die 1842 die Gemeinde und Umgebung mit Branntwein versorg­ ten, arbeiten schon lange nicht mehr. Die Weferlinger Wirte beziehen ihr Bier aus der großen Allertalbrauerei (zwischen Weferlingen und Grasleben) oder aus anderen großen Brauereien. Bekanntlich können ja die kleinen Brauereien dem Übergewicht der großen gegenüber ihren Betrieb immer weniger aufrecht erhalten. Die großen mögen ja auch, was die Güte des Stoffes anbetrifft, im Allgemeinen leistungsfähiger sein.                             

 

(Aus dem Heimatbuch von D. Heinrich Nebelsieck ,,Aus der Geschichte des ehemaligen Amtes Weferlingen")