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Das Schloss und der Graue Harm PDF Drucken E-Mail
Leider kennen wir das Weferlinger Schloss nur noch als Ruine. Seit 1716/17, wie wir hörten, nicht mehr bewohnt, sank es schließlich zum Getreidespeicher herab und wurde im Herbst 1929 durch Feuer zerstört.

Der ganze Schlosshof dient landwirtschaftlichen Zwecken. Aber wenn man mit Hilfe der Phantasie sich in die Vergangenheit zurückversetzt und im Geiste die Trümmer rekonstruiert, gewinnt man den Eindruck, dass der Bau mit den beiden Seitenflügeln recht stattlich gewesen sein muss.
Über dem Haupteingang befindet sich die Jahreszahl 1598. Wahrscheinlich ist damals der Bau vollendet worden, wir wissen nicht, wann er in Angriff genommen wurde, jedenfalls aber ist er zu der Zeit, als die Familie von Mahrenholz das Amt Weferlingen innehatte, ausgeführt worden.

 

Wir wissen ebenfalls nicht, ob die vorausgehende Schlossanlage so baufällig geworden war, dass ein Neubau sich als notwendig erwies, oder ob sie überhaupt den Anforderungen der Zeit nicht mehr entsprach.

Von der älteren Anlage sind nur noch der alte Bergfried (ein wuchtiger, "Grauer Hermann" genannter Turm, seit unvordenklicher Zeit ohne Dach) und einige noch als Gebäudewände erhaltene Stücke der an ihn sich anschließenden Ringmauer vorhanden.

Über der Turmtür steht auf der Innenseite die Jahreszahl MCCC, vielleicht wurde damals die Befestigungsanlage ausgeführt oder wohl richtiger gesagt, erneuert und erweitert. Denn wir hörten, daß nachweislich bereits um die Mitte des 13. Jahrhunderts die Honlages in Weferlingen saßen.
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Sie werden die älteste, vielleicht in die sächsische Kaiserzeit zurückreichende Befestigungsanlage verstärkt und ausgebaut haben. Die Burg war außer der Mauer mit einem Wall und einem doppelten Graben, der durch die vorbeifließende Aller mit Wasser gefüllt wurde, befestigt. Über den Graben führte auf der östlichen Seite eine noch zur Zeit des Landgrafen von Hessen-Homburg vorhandene, später durch einen festen Steinbau ersetzte Zugbrücke. Jenseits derselben befand sich das Haupttor, an dessen Eingang rechts das Bild des heiligen Stephanus, des Halberstädter Schutzpatrons, angebracht war.
Zur Zeit des Landgrafen Friedrich II. war noch ein zweiter, kleinerer, später abgebrochener Turm vorhanden. Der Landgraf ließ in dem Obergeschoß des Schlosses einen großen Saal anlegen, dessen Wände mit bemalter Leinwand bekleidet wurden.  Leiter der Bauten war der Hofbaurat Paul Andrich.

 

('Aus der Geschichte des ehemaligen Amtes Weferlingen' - Ein Heimatbuch von D. Heinrich Nebelsieck)