| Die Entstehung der Ortschaften des Amtes Weferlingen |
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Seite 1 von 2 Über die Gründungszeit der einzelnen Ortschaften fehlen begreiflicherweise alle näheren Nachrichten. Wir hörten, dass bei Hödingen und Walbeck alte Begräbnisplätze aus dem 4. bez. 2. vorchristlichen Jahrhundert entdeckt worden sind. Ob die alten Siedlungen an diesen Stellen bis in die geschichtliche Zeit hinein ununterbrochen fortbestanden haben, lässt sich nicht nachweisen, dürfte aber nicht unwahrscheinlich sein. Weferlingen wird wahrscheinlich 1203 in einer Urkunde der Aebte von Werden und Marienthal zuerst genannt.
Laut einer Urkunde des Kaisers Conrad III. vom April 1150 werden die Dörfer Wischeribe und Wivelinge der Kirche Simonis und Judae in Goslar geschenkt. Walthers Vermutung, dass bei Wivelinge an unser Weferlingen zu denken sei, dürfte nicht begründet sein. Die Schenkung betrifft jedenfalls Weferlingen im Kreise Wolfenbüttel. Hier war die Stadt Goslar 1266 begütert, während sich in unserem Orte kein Besitz der gen. Kirche nachweisen lässt. Dass aber auf der höchsten Stelle unseres Weferlingen oder wenigstens in unmittelbarer Nähe schon im 19. Jahrhundert n. Chr. eine Siedlung bestand, wird durch den aufgedeckten Friedhof an der Oebisfelder Straße bewiesen.
Die Ortsnamenforschung hält die Siedlungen mit endungslosen Namen und mit den Endungen „ede", „bere", „loh" für die ältesten, und nur wenig später sollen die mit „stedt" endigenden entstanden sein. Zu den ersteren wurden Doehren (alte Form Dornede) und Seggerde (Seegerde) zu zählen sein, wenn nicht der letztere Name aus Seggerode entstanden ist, während Siestedt (eistede) zu der zweiten Gruppe gehören würde. In der näheren Nachbarschaft jenseits unserer Grenze liegen Wegenstedt (Wedingestede) und Lockstedt (Locstede). Ortsnamen mit stedt finden sich zahlreich im Norden des Harzes und südlich der Altmark, auch in der Börde kommen sie vor Diese Siedlungen würden in der Zeit bis 200 n. Chr. entstanden sein. Dass das auch von den eben genannten Orten unseres Bezirkes gilt, wage ich nicht zu behaupten. — Die mit „ingen" und „leben" endigenden Ortschaften sollen von den eingewanderten Angeln und Warnen gegründet sein (?), also in der Zeit der großen Völkerwanderung, bis etwa zu der Zerstörung des Thüringer Reiches 531.
Bei uns finden sich nur drei Gründungen dieser Art: Weferlingen, Hödingen und Everingen (in der nächsten Nachbarschaft liegen noch Rätzlingen, Etingen, Hörsingen, Flechtingen). Die Dörfer mit „ingen" begegnen uns besonders zahl-reich im Allergebiet. Sächsischen Ursprungs sollen die Siedlungen auf „dorf" sein, also Ribbensdorf, Eickendorf, Behnsdorf und Belsdorf, auch das jetzige Vorwerk Wolfsdorf. Die Zeit der Gründungen auf „dorf" würde, rund gerechnet, mit etwa 800 abschließen. Erst in der letzten Siedlungsperiode (nach 800) sind die Ortschaften auf „rode" entstanden. Die Endung weist auf Urbarmachung von Wald, Oedland oder Moor bin. Die Gründungen müssen in einer Zeit, in der nutzbares freies Land seltener geworden war, stattgefunden haben. In unserem Bezirk liegt nur Eschenrode. (Vergleiche übrigens die Bemerkung zu Seggerde.)
Zunächst wurden die in der fruchtbareren Niederung gelegenen Landstriche mit günstigen Wasserverhältnissen für die Siedlungen gewählt. Erst später, als der freie Raum abnahm, nahm man die höher gelegenen in Angriff, Durch befestigte Anlagen wurden neue Siedler angezogen, denn Schutz gegen einbrechende Feinde war in den unruhigen Zeiten des Mittelalters begreiflicherweise sehr willkommen. So wird sich der Ortsplan von Walbeck im Schutze der auf dem Domberge gelegenen Burg erweitert haben, und ebenso verdankt Weferlingen der alten Burg die Entstehung des Teiles rechts der Aller wie auch das Anwachsen zu einem Flecken. - Die Gründung von Ortschaften durch besondere Unternehmer im Auftrage größerer Grundherren ist bei uns nicht nachzuweisen. |
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Die Entstehung der Ortschaften 

