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die nach dem erfolgreichen Angriff in der Schlacht bei Fehrbellin wegen völliger Erschöpfung den zurückweichenden Feind nicht mit der erforderlichen Stoßkraft verfolgen konnte, brachten bei dem gekränkten Führer die an-gesammelte Missstimmung mit seiner Bitte um Entlassung zum Ausbruch.
Friedrich Wilhelm ließ aber den bewährten General nicht ziehen. Er versprach ihm die Erfüllung verschiedener Wünsche, und der Landgraf blieb noch 4 Jahre im brandenburgischen Dienste. Er nahm an dem anstrengenden Feldzuge zur Vertreibung der Schweden aus Pommern teil. Aber 1679 nahm er endgültig seinen Abschied. Sein Name wird in der brandenburgischen Geschichte immer mit Ehren genannt werden.Nach Weferlingen konnte er nicht mehr dauernd zurückkehren, da er sich der Regierung der nach dem Tode seiner älteren Brüder ihm zugefallenen Landgrafschaft Homburg widmen musste. Er siedelte mit seiner Familie nach der Residenzstadt Homburg über und dielt sich nur noch vorübergehend in Weferlingen auf.
Seine erste größere Regierungshandlung war die Einlösung der verpfändeten Landgrafschaft. Zur Beschaffung des erforderlichen Geldes entlieh er von dem Fürsten Viktor Amadeus von Anhalt-Bernburg am 19. Juni 1680 ein Kapital von20000 Talern und dazu später noch 14000 Taler. Zur Sicherheit verpfändete er das Amt Weferlingen. Der Weferlinger Bürger-meister Hans Hüneken und der Landbauermeister Hans Probst aus Ribbensdorf mussten am 17. April 1689 bei der feierlichen Übertragung des Pfandbesitzes im Namen der Amtsuntertanen dem Herzog Amadeus als dem vorläufigen Landesherrn den Huldigungseid leisten. Dem Landgrafen wurde aber, weil seine Sicherheit in Homburg durch Kriegsunruhen gefährdet war, das Recht eingeräumt, für 6 Jahre in Weferlingen zu wohnen und die Amtseinkünfte zu genießen, unter der Bedingung, dass für die Verzinsung des Darlehns das Amt Winningen haften sollte. Im Jahre 1690 hat dann der Landgraf auch wieder in dem Schloss an der Aller gewohnt, und hier schenkte seine Gemahlin ihrem letzten Rinde das Leben (1690). Bald nachher musste der Gatte trauernd an der Bahre der Heimgegangenen treuen Gefährtin stellen. Sie starb am 26. Dezember 1690. Die Leiche wurde zunächst in der alten Kirche zu Weferlingen und 1695 in der Homburger Schlosskirche beigesetzt.
Im Jahre 1692 vermählte Friedrich sich zum dritten Male. Seine neue Gattin, Sophie Sybille, war eine Gräfin von Westerburg. Auch sie hat in Weferlingen geweilt und dort ihr erstes Rind geboren (1693).Im Jahre 1694 trat der Landgraf Neustadt (vergl. S. 51) gegen das Amt Oebisfelde an den Kurfürsten Friedrich III. ab. Bei dieser Gelegenheit wurde ein neuer das Amt Weferlingen betreffender Vertrag vereinbart.
Weferlingen sollte nach dem Tode des Landgrafen noch 30 Jahre lang im Besitze des Hauses Homburg verbleiben und erst dann gegen Rückzahlung des Königs marckschen Darlehns und der seit 1662 verausgabten Bau- und Meliorationskosten im Betrage von 18663 Talern eingelöst werden. Auf Betreiben des Landgrafen erfolgte aber die Einlösung durch den Kurfürsten, nunmehrigen König Friedrich I., bereits 1701. Zur Abzahlung der anhaltischen Schuld und zur Erledigung verschiedener Verpflichtungen brauchte der Landgraf dringend Geld, deshalb betrieb er die Einlösung. Der König zahlte ihm 50000 Taler aus und übernahm den Transport des Schlossmobiliars bis zur brandenburgischen Grenze, während der Landgraf auf alle Ansprüche an dem Amte verzichtete.
Am 24. Januar 1708 starb Friedrich II. in Homburg, 75ahre alt. Er hat sich um die Hebung der wirtschaftlichen Verhältnisse seiner Heimat recht verdient gemacht, aber auch für das Amt Weferlingen ist die Herrschaft des tatkräftigen Mannes für die Überwindung der durch den langen Krieg verursachten schweren Notstände bedeutungsvoll gewesen.
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