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Vier Märkte in Weferlingen PDF Drucken E-Mail

Die Handwerker arbeiteten früher überwiegend auf Bestellung. Für die Märkte wurden von den Schuhmachern, den Schmieden, jedenfalls auch von den Sattlern Verkaufsartikel in größerer Zahl angefertigt. Hausieren war im allgemeinen verboten. In Weferlingen wurden (wahrscheinlich seit dem 18. Jahrhundert) drei Jahrmärkte abgehalten, der Johannismarkt (24. Juni), der Gallus- (16 Oktober) und der Okuli-(Fastenzeit) -markt. Sie bestehen heute noch, haben aber keine eigentliche Bedeutung mehr.

Am 10. Mai 1651 baten die Bürgermeister und der Rat der Gemeinde Weferlingen den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg um die Genehmigung zweier Jahrmärkte, wie sie auch anderen ,,Weichbildern" des Fürstentums Halberstadt bewilligt seien, ,,zur Ergötzlichkeit der langwierigen ausgestandenen, annoch kontinuierenden schweren Kriegsunruhen". Man erwartete also von dieser Einrichtung eine Hebung des infolge des Krieges darniederliegenden wirtschaftlichen Lebens. Sie fügen hinzu, daß sie allezeit mit Gut und Blut für die Erfüllung der Bitte danken würden.

Im Jahre 1772 wurde zu den Krammärkten noch ein Viehmarkt eingeführt, dem 1787 ein zweiter folgte. Seit 1846 gab es 4 Märkte, nämlich am Donnerstag vor Okuli, Donnerstag nach dem 17. Juli (dem Geburtstag des Markgrafen Friedrich Christian von Kulmbach-Bayreuth), Donnerstag nach Gallus. Donnerstag vor dem 4. Advent. Der letztere ist der neu eingeführte Weihnachtsmarkt.

Zu den Viehmärkten war, um das gleich hier zu bemerken, der Antrieb früher nicht unbedeutend. Er betrug z. B. 1846 = 286 Pferde, 595 Stück Rindvieh, 1404 Schweine. Als Standgeld hatten die Antreibenden zu zahlen: für jedes Pferd und jedes Stück Rindvieh 1 Groschen, für jedes Schwein 6 Pfg. Die Marktgelder flossen, wie es scheint, in die Ortsarmenkasse. Schon seit langer Zeit haben die Weferlinger Viehmärkte keine Bedeutung mehr; nur Schweine kom­men noch zum Verkauf. Auch in Walbeck finden vier Märkte statt.

 

(Aus dem Heimatbuch von D. Heinrich Nebelsieck ,,Aus der Geschichte des ehemaligen Amtes Weferlingen")